Warum Sie auf Englisch weniger intelligent wirken (auch wenn das nicht der Fall ist)

Pourquoi avez-vous l’air moins intelligent en anglais, même à un niveau B2 ou C1 ? Découvrez les raisons cognitives de ce phénomène et des stratégies concrètes pour paraître plus clair, confiant et convaincant à l’oral.

Liz Aldam

1/11/20263 min lesen

a woman shaking hands with another woman at a table
a woman shaking hands with another woman at a table

(auch wenn das gar nicht stimmt)

Und was Sie dagegen tun können

Wenn Sie Englisch (oder eine andere Sprache) als Fremdsprache sprechen, haben Sie dieses unangenehme Gefühl vielleicht schon erlebt:

In Ihrer Muttersprache sind Sie klar, nuanciert, witzig und überzeugend.
Auf Englisch fühlen Sie sich plötzlich einfacher, ungenauer, unsicherer – weniger „Sie selbst“.

Und das Schlimmste?
Manche Menschen behandeln Sie plötzlich anders, obwohl sich Ihre Ideen überhaupt nicht geändert haben. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass einige sogar lauter sprechen? Als würden Sie so besser verstehen.
Mein Vater (ruhe in Frieden) hat das früher mit meiner französischen Familie gemacht.

Lassen Sie mich Sie sofort beruhigen:
Das hat nichts mit Ihrer Intelligenz zu tun.
Es hat alles damit zu tun, wie Sprache, Gehirn und Identität zusammenwirken.

Der unsichtbare Verlust: Wenn Ihre Persönlichkeit auf Englisch schrumpft

Fortgeschrittene Lernende sagen mir oft:

„Ich habe das Gefühl, auf Englisch eine reduzierte Version meiner selbst zu sein.“

Sie:

  • vermeiden Humor oder Ironie

  • geben kürzere Antworten

  • wirken direkter oder flacher, als Sie es möchten

  • haben Schwierigkeiten, Nuancen, Diplomatie oder Autorität zu zeigen

Das ist frustrierend, weil:

  • Sie wissen, dass Sie mehr können

  • Sie wissen, dass Ihre Gedanken besser sind als das, was mündlich herauskommt

Was passiert also wirklich?

Warum das passiert (kognitiv, nicht sprachlich)

Wenn Sie Ihre Muttersprache sprechen, bauen Sie keine Sätze.
Sie drücken Bedeutung automatisch aus.

Auf Englisch – selbst auf B2- oder C1-Niveau – leistet Ihr Gehirn noch zusätzliche Arbeit:

  • Wortschatz auswählen

  • Grammatik überwachen

  • Aussprache kontrollieren

  • Stress und die Blicke anderer managen

Diese kognitive Belastung lässt weniger mentalen Raum für:

  • Humor

  • Nuancen

  • emotionale Intelligenz

  • Überzeugungskraft

Das Ergebnis: aie wirken nicht weniger intelligent –
sondern weniger komplex.

Ein weiterer versteckter Faktor: Sie spielen auf Nummer sicher

Viele Lernende vereinfachen ihre Persönlichkeit unbewusst, um Fehler zu vermeiden.
Sie wählen „sichere“ Wörter, vermeiden klare Meinungen und bleiben bei neutralen Strukturen.

Das ist logisch.
Aber es hat seinen Preis.

Sie wirken nicht falsch.
Sie wirken farblos.

Warum Grammatik nicht die Lösung ist

Hier machen viele einen Fehler.
Sie denken: „Wenn mein Englisch besser wäre, würde ich intelligenter wirken.“

Also lernen sie noch mehr Grammatik, noch mehr Vokabeln, auf der Suche nach Perfektion.

Doch kommunikative Intelligenz basiert nicht auf:

  • komplizierten Zeiten

  • seltenen Wörtern

Sie basiert auf:

  • Struktur

  • Klarheit

  • Präsenz

  • Absicht

Muttersprachler wirken nicht intelligent wegen der Grammatik.
Sie wirken intelligent, weil sie ihre Gedanken strukturieren können.

Wie Sie intelligenter wirken – ohne „besseres“ Englisch

Die gute Nachricht:
Sie brauchen kein perfektes Englisch, um kompetent, sicher oder überzeugend zu wirken.

1. Struktur ist wichtiger als Wortschatz

Vergleichen Sie:

„I think it’s not good because many things and problems…“
„There are two main reasons why this doesn’t work.“

Klare Struktur schafft Autorität.

Einfache Sprache + klare Organisation wirken immer intelligent.

2. Nutzen Sie Rahmenformulierungen (statt komplizierter Wörter)

Was intelligent wirkt, ist oft der Rahmen – nicht der Inhalt.

Beispiele:

  • „What’s interesting here is…“

  • „The real issue isn’t X, it’s Y.“

  • „From my experience…“

  • „If we look at it another way…“

Diese Sätze führen Ihr Gegenüber und zeigen, dass Sie das Gespräch steuern.
Und sie sind wiederverwendbar.

3. Sprechen Sie langsamer

Zu schnelles Sprechen = Unsicherheit (auch in der Muttersprache).

Pausen zeigen Selbstvertrauen und geben Ihnen Zeit zum Denken – das verbessert die Klarheit.

Flüssigkeit bedeutet nicht Geschwindigkeit.
Flüssigkeit bedeutet Kontrolle.

4. Akzeptieren Sie, dass Ihre Persönlichkeit auf Englisch am Anfang anders ist

Sie werden nicht weniger intelligent.
Sie bauen eine zweite kommunikative Identität auf.

Das braucht Zeit.

Ihr „englisches Ich“ beginnt einfacher und wird mit der Zeit ausdrucksstärker und nuancierter.

Der Fehler ist, Ihr muttersprachliches Ich mit Ihrem englischen Ich zu vergleichen –
statt Ihr heutiges Englisch mit dem von vor sechs Monaten.

Ein abschließender Gedanke

Sich auf Englisch „weniger intelligent“ zu fühlen, ist eine der frustrierendsten – und am wenigsten angesprochenen – Erfahrungen fortgeschrittener Lernender.

Aber es ist kein Scheitern.
Es ist eine Phase.

Mit den richtigen Strategien verbessern Sie nicht nur Ihr Englisch.
Sie gewinnen Ihre Stimme, Ihre Präsenz und Ihre Persönlichkeit zurück.

Und genau dann beginnt Englisch für Sie zu arbeiten – nicht gegen Sie.

Möchten Sie selbstbewusster und natürlicher sprechen – im Gespräch, im Meeting oder im Vorstellungsgespräch?

Wenn Sie Englisch mit mir lernen möchten:
Ich bin Liz Aldam, Englischlehrerin mit über zwanzig Jahren Erfahrung und Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Yamaha, Faurecia und anderen. Ich lebe im Val-d’Oise und unterrichte online.

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