Warum Sie unter Druck auf Englisch den Faden verlieren (und was Sie dagegen tun können)
Warum blockieren wir auf Englisch unter Druck, obwohl wir die Sprache beherrschen? Dieser Artikel erklärt die kognitiven Ursachen von Sprachblockaden und zeigt wirksame Strategien, wie Sie auch in Meetings, Gesprächen und Vorstellungsgesprächen sicher, flüssig und selbstbewusst auf Englisch kommunizieren können.
Liz Aldam
1/4/20263 min lesen
Als ich kürzlich in Brasilien war, befand ich mich in einer Eisdiele. Um etwas Kontext zu geben: Ich spreche Portugiesisch täglich, komme sehr gut zurecht und mit Menschen, die ich kenne, würde ich mein Niveau fast als C1 einstufen.
Doch dann begann eine junge Verkäuferin, mir ihre handgemachten Eissorten zu erklären, die verschiedenen Geschmacksrichtungen, ihre Empfehlungen. In diesem Moment blockierte ich komplett. Sie sprach mit einem starken sogenannten Caipira-Akzent, der sich deutlich von dem unterscheidet, was ich gewohnt bin. Ich verstand plötzlich nur noch jedes zweite Wort. Das setzte mich unter Stress, und fast augenblicklich fiel mir das Sprechen schwer. Ich fühlte mich erstaunlich dumm und extrem frustriert.
Natürlich könnte man sagen, dass dieser Akzent selbst für viele Brasilianer schwer verständlich ist. Aber genau solche Situationen passieren nicht nur im Ausland oder mit besonderen Akzenten. Sie passieren überall. Sie stehen an der Supermarktkasse, die Kassiererin stellt eine unerwartete Frage, Sie sind nicht vorbereitet, geraten ins Stocken und geben eine Antwort, die eigentlich gar nicht passt.
Viele kennen dieses Gefühl. Sie verstehen die Frage. Sie kennen die Vokabeln. In Gedanken könnten Sie mühelos antworten. Doch in dem Moment, in dem Sie sprechen müssen, sei es im Meeting, am Telefon oder im Vorstellungsgespräch, fühlt sich Ihr Englisch plötzlich deutlich schlechter an. Sie zögern, formulieren unbeholfen, und selbst einfache Wörter scheinen wie ausgelöscht.
Am Ende denken Sie sich: Eigentlich spreche ich besser Englisch als das. Und das stimmt.
Dieses Problem hat nichts mit Ihrem tatsächlichen Englischniveau zu tun. Es hat fast ausschließlich mit Druck zu tun.
Wenn Menschen sich beobachtet, bewertet oder unter Zeitdruck fühlen, verändert das Gehirn seine Arbeitsweise. Anstatt sich auf Kommunikation zu konzentrieren, beginnt es, mehrere Dinge gleichzeitig zu überwachen. Fehler sollen vermieden werden, die richtige Grammatik muss gewählt werden, die Aussprache wird kontrolliert und gleichzeitig versucht man, schnell zu übersetzen. Diese mentale Überlastung blockiert den Zugriff auf das, was eigentlich vorhanden ist.
Das ist der Grund, warum selbst fortgeschrittene Englischlernende unter Druck unsicher, langsam oder wenig souverän wirken können.
Viele glauben in solchen Momenten, dass ihnen einfach ein besseres Englischniveau fehlt. Sie denken, dass dieses Problem verschwinden würde, wenn ihr Englisch perfekter wäre. Doch in Wahrheit blockieren sie nicht, weil ihr Englisch schlecht ist. Sie blockieren, weil sie versuchen, perfekt zu sein. Druck zeigt nicht, was Sie können, sondern verhindert oft den Zugriff darauf.
Besonders häufig tritt dieses Phänomen auf, wenn man mit Muttersprachlern spricht, in Meetings das Wort ergreift, unerwartete Fragen beantworten muss, telefoniert, an Videokonferenzen teilnimmt oder sich in Bewerbungsgesprächen und Präsentationen befindet. In solchen Momenten reagieren wir nicht mehr spontan, sondern versuchen zu performen. Genau dann leidet die Flüssigkeit.
Was tatsächlich hilft, ist nicht mehr Grammatik oder komplexerer Wortschatz, sondern bessere Strategien im Umgang mit Druck. Flüssige Sprecher antworten nicht sofort. Sie gewinnen Zeit, indem sie kurze Einleitungsphrasen nutzen. Dadurch sinkt der Stress, und das Gehirn bekommt Raum, um Gedanken zu ordnen. Unter Druck ist einfaches Englisch oft das beste Englisch. Kurze, klare Sätze und vertraute Strukturen wirken überzeugender als komplizierte Konstruktionen.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist, aufzuhören, jede einzelne Aussage innerlich zu kontrollieren. Je stärker Sie sich selbst beim Sprechen beobachten, desto schwieriger wird es. Im echten Gespräch geht es nicht darum, ob ein Verb im perfekten Tempus steht, sondern darum, verstanden zu werden. Flüssigkeit entsteht, wenn der Fokus vom sprachlichen Detail auf die Bedeutung wechselt.
Ebenso wichtig ist es, Englisch nicht nur in sicheren, vorbereiteten Situationen zu üben. Druck ist eine Fähigkeit, und Fähigkeiten lassen sich trainieren. Wer lernt, spontan zu antworten, ohne Vorbereitung zu sprechen oder bewusst unter leichtem Stress Englisch zu verwenden, trainiert sein Gehirn darauf, auch unter Druck Zugang zur Sprache zu behalten.
Dabei muss man akzeptieren, dass Druck niemals vollständig verschwindet. Auch Muttersprachler zögern, formulieren um und suchen nach Worten. Flüssigkeit bedeutet nicht, ohne Pausen zu sprechen, sondern trotz Pausen weiterzumachen. In dem Moment, in dem man Unvollkommenheit akzeptiert, verliert der Druck einen Großteil seiner Macht.
Wenn Ihr Englisch unter Druck schlechter wirkt, bedeutet das nicht, dass Sie schlecht Englisch sprechen. Es bedeutet, dass Sie engagiert sind, dass Ihnen die Situation wichtig ist und dass Ihr Gehirn versucht, zu viele Dinge gleichzeitig zu steuern.
Die Lösung liegt nicht in noch mehr Grammatik, sondern in intelligenteren Strategien, mehr Routine und einem bewussteren Umgang mit Drucksituationen.
Wenn Sie lernen möchten, auch unter Druck sicher, klar und souverän auf Englisch zu kommunizieren, sei es im beruflichen Umfeld, am Telefon oder in Vorstellungsgesprächen, unterstütze ich Sie dabei gezielt. Ich bin Liz Aldam, Englischlehrerin mit über zwanzig Jahren Erfahrung und Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen wie Yamaha, Faurecia und vielen anderen. Ich lebe im Val-d’Oise und unterrichte online.
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