Wie man beim Englischlernen ein „Growth Mindset“ entwickelt (Und warum manche Lernende schneller Fortschritte machen als andere)

Fließend Englisch zu sprechen ist keine Frage von angeborenem Talent, sondern von der richtigen Einstellung. In diesem Artikel, inspiriert von den Erkenntnissen der Psychologin Carol Dweck, erfahren Sie, wie ein Growth Mindset Ihre Art zu lernen grundlegend verändern kann. Entdecken Sie, warum die erfolgreichsten Lernenden nicht unbedingt die Begabtesten sind, sondern diejenigen, die Fehler akzeptieren, Herausforderungen annehmen und konsequent weitermachen – auch wenn es unangenehm wird.

Liz Aldam

5/10/20264 min lesen

girl in purple and black long sleeve shirt holding black pen writing on white paper
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Anfang dieser Woche sagte eine meiner Schülerinnen zu mir: „Ich werde nie bilingual sein. Ich bin einfach nicht gut in Sprachen.“

Ich muss zugeben, das hat mich ein bisschen genervt 😠, weil ich es sehr negativ fand. (Entschuldigung, falls sie diesen Artikel liest 😁)

Auf all meinen eigenen „Sprachreisen“ habe ich das nie ein einziges Mal gedacht. Dieser Gedanke ist mir einfach nie gekommen!

Und trotzdem sagte sie das, nachdem sie gerade eine klare und selbstbewusste Präsentation auf Englisch gehalten hatte. Ihre Kollegen hatten sie verstanden. Sie hatte sich gut vorbereitet. Sie sprach ruhig und deutlich.

Aber in ihrem Kopf war das nicht genug. Warum? Weil sie glaubte, dass Sprachlernen etwas ist, mit dem man geboren wird. Ein Talent.

Und ehrlich gesagt höre ich das ständig.

Manche Menschen scheinen völlig überzeugt zu sein, dass man entweder „von Natur aus gut in Englisch“ ist… oder eben nicht.

Fast wie Augenfarbe 😀

Und deshalb gehen viele Lernende mit einer versteckten Angst an Englisch heran:

👉 Angst, Fehler zu machen
👉 Angst, lächerlich zu wirken
👉 Angst, nicht „natürlich begabt“ zu sein

Aber je länger ich unterrichte, desto mehr fällt mir auf, dass die Lernenden, die am meisten Fortschritte machen, nicht unbedingt die talentiertesten sind. Sondern diejenigen, die am wenigsten Angst davor haben zu kämpfen.

Und das erinnert mich sehr an das Konzept des „Growth Mindset“ der Psychologin Carol Dweck.

🧠 Fixed Mindset vs. Growth Mindset

Carol Dweck erklärt, dass Menschen Fähigkeiten normalerweise auf zwei verschiedene Arten betrachten.

Fixed Mindset

Das ist der Glaube: „Entweder ich bin gut in Sprachen… oder eben nicht.“

Menschen mit einem Fixed Mindset denken oft:

• „Mein Akzent ist schrecklich.“
• „Ich werde nie fließend sprechen.“
• „Ich bin zu alt, um noch zu lernen.“

😞 Fehler fühlen sich dann wie ein Beweis des Scheiterns an.

Deshalb vermeiden diese Lernenden oft das Sprechen und geraten in Panik, wenn sie Fehler machen.

Sie verlieren schnell ihr Selbstvertrauen.

Growth Mindset

Ein Growth Mindset ist etwas anderes.

Es ist die Überzeugung, dass Fähigkeiten sich verbessern können durch:

✔ Übung
✔ Wiederholung
✔ Feedback
✔ Erfahrung

Anstatt zu denken, dass du schlecht in Englisch bist, denkst du „Ich mache Fortschritte.“

Oder noch besser „Ich fühle mich damit noch nicht wohl.“ Dieses kleine Wort verändert alles.

Und jede kleine Sache, die du lernst, baut dein Wissen weiter auf. Du konzentrierst dich nicht mehr auf alles, was du noch lernen musst, sondern auf alles, was du bereits gelernt hast.

😅 Warum das beim Sprachenlernen so wichtig ist

Eine Sprache zu lernen ist unangenehm.

Du musst ständig:

• Fehler machen
• Wörter vergessen
• Menschen missverstehen
• Schwierigkeiten haben, dich auszudrücken

Wenn sich jeder Fehler wie eine Katastrophe anfühlt, wird Lernen erschöpfend.

Aber wenn Fehler zu:
Informationen
Feedback
einem Teil des Prozesses

werden…

Dann verändert sich alles.

Sieh es als Herausforderung 💪

🧠 Die Lernenden, die am schnellsten Fortschritte machen

Meiner Erfahrung nach sind die Lernenden, die am schnellsten Fortschritte machen, nicht unbedingt die „perfekten“. Sondern diejenigen, die keine Angst haben.

Normalerweise sind das Menschen, die:

✔ sprechen, bevor sie sich bereit fühlen
✔ Risiken eingehen
✔ Unbehagen aushalten
✔ nach peinlichen Momenten weitermachen

Mit anderen Worten: Sie sehen Fehler nicht als Teil ihrer Identität.

Sie sehen sie als Übung.

Perfektionismus ist oft die größte Blockade

Viele Lernende glauben heimlich, dass sie erst korrekt sprechen müssen, bevor sie natürlich sprechen können.

Aber echte Sprachflüssigkeit funktioniert nicht so. Schau dir an, wie kleine Kinder lernen. Sie warten nicht darauf, perfekt zu sprechen. Sie experimentieren ständig. Manchmal verstehen nur ihre Eltern sie 😀

Und Erwachsene lernen Sprachen eigentlich auf eine erstaunlich ähnliche Weise.

Wie man ein Growth Mindset beim Englischlernen anwendet 🚀

Hier sind vier kleine Veränderungen, die du machen kannst:

👀 Formuliere Fehler neu
Anstatt zu denken:
❌ „Das war peinlich.“

Denk:
✔️ „Okay… jetzt weiß ich es.“

🧩 Füge das Wort „noch“ hinzu
„Ich verstehe Muttersprachler nicht… noch nicht.“

Dieses kleine Wort verändert die ganze Perspektive.

🎯 Setze dir Prozessziele
„Ich werde heute 10 Minuten Englisch sprechen“ ist viel hilfreicher als „Ich werde in sechs Monaten fließend sein.“

🗣️ Suche Herausforderungen
Sprich mit stärkeren Sprechern. Schau schwierigere Inhalte. Sich ein bisschen zu fordern beschleunigt den Fortschritt.

💡 Wie ein Growth Mindset in der Praxis aussieht

1. Du siehst Fehler nicht mehr als Demütigung

Anstatt zu denken:

❌ „Das war peinlich.“

Denkst du:

✔️ „Gut… jetzt weiß ich es.“

2. Du konzentrierst dich auf Beständigkeit, nicht auf Perfektion

❌ Sprachenlernen ist kein einziger großer Durchbruch.

✔️ Es sind Hunderte kleiner Wiederholungen.

3. Du hörst auf, dich ständig zu vergleichen

Eine der schlimmsten Gewohnheiten vieler Lernender ist es, sich zu vergleichen mit:

• bilingualen Menschen
• fließenden Kollegen
• selbstbewussten Sprechern

Aber du siehst nie:

👉 wie lange es gedauert hat
👉 wie viele Fehler sie gemacht haben
👉 wie unwohl sie sich am Anfang gefühlt haben

4. Du hältst schwierige Situationen besser aus

Menschen mit einem Growth Mindset fliehen nicht sofort vor Unbehagen.

Sie bleiben etwas länger im Gespräch.

Auch wenn es unangenehm ist.

Und genau dort entsteht echter Fortschritt.

😶 Das Problem mit „Talent“

Menschen sagen oft: „Sie hat ein natürliches Talent für Sprachen.“

Aber oft siehst du eigentlich nur:

✔ Selbstvertrauen
✔ Ausdauer
✔ Fehlertoleranz

Keine Magie.

💭 Ein letzter Gedanke

Dein Englischniveau ist wichtig. Natürlich!

Aber deine Beziehung zu Fehlern ist vielleicht noch wichtiger.

Denn Sprachflüssigkeit entsteht nicht dadurch:

❌ Unbehagen zu vermeiden

Sondern dadurch:

✅ dieses Unbehagen immer wieder zu überstehen 😀

Du musst dich nicht selbstbewusst fühlen, bevor du Englisch sprichst. Sehr oft entsteht Selbstvertrauen erst, weil du Englisch gesprochen hast.

👉 Wenn du mehr Selbstvertrauen und Sprachflüssigkeit in echten englischen Gesprächen entwickeln möchtest, kann ich dir helfen.

Ich bin Liz Aldam, Englischlehrerin mit über zwanzig Jahren Erfahrung und habe mit Unternehmen wie Yamaha, Faurecia und anderen gearbeitet. Ich lebe im Val-d’Oise in Frankreich und unterrichte online.

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